Trotz drohender Rezession in Deutschland: gute Laune bei den deutschen Startups

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7. Deutscher Startup Monitor: Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer rechnen damit, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird / Zwei Drittel der Startups setzen auf digitale Geschäftsmodelle / 44Prozent der Gründerinnen und Gründer wählen grün / Zugang zu Kapital wird schwieriger

Das Schreckgespenst der Rezession geht in Deutschland um -allerdings nicht bei den Gründerinnenund Gründern, die trotz wirtschaftlichenAbschwungssehr zuversichtlich in die Zukunft blicken, ambitionierte Wachstumspläneverfolgen undin den kommenden zwölfMonaten im Schnitt acht neue Arbeitsplätze schaffenwollen. Hemmschuh für das Wachstum ist allerdings der Zugang zu Kapital. Zu diesen Ergebnissen kommt der 7. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups e. V. und die Prüfungs-und Beratungsgesellschaft PwC heute in Berlin vorstellen. Beteiligt haben sich daran knapp 2.000 deutsche Startups: Das ist die mit Abstand höchste Teilnehmerzahl, seit der DSM im Jahr 2013 erstmals veröffentlicht wurde.

„Während in vielen Branchen die Sorgen vor einer Wirtschaftskrise zunehmen, sehen Startups weiterhin gute Marktchancen. Ein Erfolgsrezept der Gründerinnen und Gründer: Sie setzen in ihren Geschäftsmodellen konsequent auf Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit“, kommentiert Franziska Teubert, Geschäftsführerindes Bundesverbands Deutsche Startups e. V. AuchFlorian Nöll, der bei PwC die Startup-Initiative NextLevel leitet, sieht in derStartup-Szeneeinefeste Größe in der deutschen Wirtschaft: „Zwei von drei Startups kooperieren bereits mit etablierten Unternehmen.Daraus entstehen nicht nur für die jungen Unternehmen große Chancen. Zudem rechnen zwei Drittel der Befragten damit, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. “ Der Optimismus lässt sich auch an den Umsatzzielen ablesen: Rund zwei Drittel der Startups kalkulieren für das kommende Geschäftsjahr mit einem Jahresumsatzvonüber 500.000 Euro, während im aktuellen Geschäftsjahr nur 44 Prozent mehr als eine halbe Million an Erlösen erwirtschaften.

Startups setzen auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit

„Mit ihren innovativen Ideen sorgen die Startups nicht nur für Wachstum, sie treiben auch dieDigitalisierungin Deutschland voranund gestalten so den technologischen und gesellschaftlichenFortschritt“, so Prof. Dr. Tobias Kollmannvon der Universität Duisburg-Essen, Autor der Studie. Knapp zwei Drittel derBefragtenhaben ein digitales Geschäftsmodell. Im Zentrum stehen dabei immer häufiger innovative Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Virtual Reality oderBlockchain. Zudem werden Kriterien der Nachhaltigkeit bei der Gründung immer wichtiger. Ein gutes Drittel der Befragten (37 Prozent) ordnet seine Produkte oder Dienstleistungen der „Green Economy“ zu. Der Fokus auf „grüne“ Themen spiegelt sich übrigens auch im Wahlverhalten der Befragten wider: Rund 44 Prozent der Gründerinnen und Gründer wählen grün. Das sind fast 20 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Fehlendes Kapital bremst das Wachstum

Allerdings herrscht nichtnur eitel Sonnenscheinin derStartup-Szene: Viele Gründerinnen und Gründerempfinden es als zunehmend schwierig, an Geld zu kommen. Für 38 Prozent der Befragten ist die Kapitalbeschaffungeine große Hürde. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auffallend ist, dasszwischen den Finanzierungsquellen, die Startupstatsächlichnutzen, und denen, die sie sich wünschen, eine große Lücke klafft. 81Prozent der Befragten setzen für die Finanzierung auf eigene Ersparnisse, abernur 40 Prozent bevorzugen diese Option. 23 Prozent arbeiten mit Business Angelszusammen, während39 Prozent diesen Weg der Finanzierung gerne gehen würden. 15 Prozent nutzen bereits Venture Capital, 40 Prozent würden dies gerne tun.

Mehr Netzwerkarbeit lautet die Devise

Die wichtigen Wachstumsbeschleuniger Wagniskapital und Business Angels fehlen alsonoch viel zu häufig in Deutschland. Aber woran liegt das?Die Studie zeigt, dass ein gut funktionierendes und weit verzweigtes Netzwerk ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Denn der Zugang zu Wagniskapitalgebern kam bei über der Hälfte der Befragten (56 Prozent) über persönliche Kontakte zustande. Allerdings fällt es 39 Prozent der Gründerinnen und Gründer nach wie vor schwer, Zugang zu den relevanten Personen auf dem Kapitalmarkt zu erhalten.

 

Überraschung! Sechs Dinge, die Ihr über Startups bisher (vielleicht) noch nicht wusstet ….

  • Gründerinnen unterrepräsentiert: Nur 16 Prozent der Startups werden von Frauen gegründet.
  • Eine Portion Rebellion: 22 Prozent der Gründerinnen und Gründer hatten in der Schulzeit Klassenbucheinträge oder erhielten Verweise.
  • Mitarbeiterbeteiligung: 53 Prozent der Startups lassen ihre Mitarbeitenden am Unternehmenserfolg partizipieren.
  • MINT-Fächer dominieren: 43Prozent der Entrepreneure haben einen Abschluss in einem MINT-Fach.
  • Zufrieden mit dem Startup-Ökosystem: 6 von 10 Gründerinnen und Gründernstufen das Startup-Ökosystem an ihrem Standort als (sehr) gut ein.
  • Wunschliste an die Politik: Zwei Drittel fordern den Abbau regulatorischer und bürokratischer Hürden.

 

Seit heute können wir Frederik und Kai als neue NEXSTER-Praktikanten bei uns im Team begrüßen. Schön, dass ihr da seid!

Kai ist 24 Jahre alt und studiert aktuell im Master Wirtschaftsgeographie am Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie an der Leibniz Universität Hannover. Während seiner Studienzeit hat er bereits praktische Erfahrungen vor allem in regionalwirtschaftlichen und verkehrsplanerischen Themenbereichen gesammelt. Kai schreibt zurzeit seine Masterarbeit, in der er sich thematisch mit der Gründungsneigung der Studierenden ausgewählter Fakultäten (I, II und IV) der Hochschule Hannover auseinandersetzt. Im Besonderen freut sich Kai darauf, sein bereits erworbenes Know-How zu Themen des Entrepreneurships aus wirtschaftsgeographischer Perspektive, bei dem der Fokus im Wesentlichen auf kontextbezogenen Rahmenbedingungen der Gründungen liegt, durch betriebswirtschaftliche Kenntnisse zu erweitern.

Frederik ist 23 Jahre alt und befindet sich ebenfalls am Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie in den letzten Zügen seines Bachelorstudiums. Da er sich bereits in seiner Bachelorarbeit mit Kursen, Seminaren und Events für Gründer in der Region Hannover auseinandergesetzt hat, hat er großes Interesse daran, bei uns im Rahmen seines Pflichtpraktikums Gründungsevents und die Startup-Szene in der Region hautnah zu erleben. Neben der Mithilfe bei Veranstaltungen freut Frederik sich darauf, die Studierenden der Hochschule bei ihren Gründungsvorhaben zu begleiten und viele verschiedene Leute mit großen und kleinen Ideen kennenzulernen.

Kai und Frederik freuen sich auf die gemeinsame Zeit bei NEXSTER, zahlreiche Veranstaltungen und auf Menschen mit kreativen Ideen, die die beiden während ihres Praktikums zusammen begleiten dürfen.

Ihr werdet sie sicher auf unseren kommenden Veranstaltungen und hier im Büro bei dem ein oder anderen Coaching antreffen.

Eine spannende und erfolgreiche Reise ins Reich der Mitte liegt hinter dem Team von tentobag. Das aus Hannover stammende Startup tentobag war eines von zehn Halbfinalisten in der Kategorie >Green Tech< des Innovationswettbewerbs InnoAlliance. Der internationale Wettbewerb wurde unter anderem vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. ausgerichtet und von verschiedenen Partnern unterstützt.

Wie der Name schon andeutet, ist tentobag eine patentierte und clevere 2-1-Rucksack/Zelt-Kombination mit vielen Vorteilen. Das Jungunternehmen konnte in der Vergangenheit schon einige Awards für sich entscheiden und die Reise zum Halbfinale nach China war definitiv ein Höhepunkt in der jungen Unternehmensgeschichte, berichtet Oliver Königer.

„Die Nominierung und Einladung nach China haben wir Maren von Nexster zu verdanken, die uns auf diesen Wettbewerb aufmerksam gemacht hat.“ erklärt Oliver, Co-Founder von tentobag. „Wir sind schon sehr lange mit Nexster in Kontakt und freuen uns über die hervorragende Unterstützung.“  (Vielen Dank, das ist sehr schön zu hören 🙂 )

Der Trip begann in Peking, wo sich das Team von tentobag mit weiteren starken und interessanten Startups wie JPM Silicon, MonitorFish und Cynteract aus Deutschland getroffen hat. Nach einem gemeinsamen Training-Camp in Peking ging die Reise weiter nach Shanxi, wo die nominierten Startups neben zahlreichen Unternehmensbesichtigungen das große Halbfinale erwartete.

„Das Event war perfekt organisiert!“, so Oliver. Die Halbfinalisten konnten auf großer Bühne vor ca. 200 Zuschauern ihre Startups und Ideen präsentieren. Das Publikum, bestehend aus einer Vielzahl von chinesischen Produzenten, hörte sich interessiert die unterschiedlichen Vorträge an und war begeistert über die Bandbreite der vorgestellten Projekte. Auch tentobag konnte beim anschließenden Match-Making den einen oder anderen vielversprechenden Kontakt knüpfen.

Nach Shanxi ging es dann weiter mit dem Zug nach Xi’An. Xi’An ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi und war ursprünglich der Ausgangspunkt der Seidenstraße. Die Stadt war unter der Qin-Dynastie die erste Hauptstadt des Kaiserreiches China und ist heute der Ausgangspunkt für Besichtigungen der berühmten Terrakotta-Armee. In Xi’An ging es vornehmlich um den Austausch mit unterschiedlichen lokalen Produktionspartnern über mögliche Kooperationen.

Das Halbfinale hat tentobag leider nicht für sich entscheiden können. Oliver ist dennoch optimistisch: „In Erinnerung bleibt eine fantastische Zeit mit vielen spannenden Eindrücken und eine Vielzahl neuer Kontakte und Freunde, die uns bei der Suche nach Produzenten tatkräftig unterstützt haben.“

 

Nexster

Human Centered Entrepreneurship soll die Erfolgsformel für Erfolgsgeschichten werden. Denn wir träumen nicht nur, sondern machen auch. Mit unserer Vision haben wir einen Antrag auf die ausgeschriebene Fördermaßnahme >EXIST-Potentiale< vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gestellt. Nun heißt es Daumen drücken! Ganz im Stil eines Startups, möchten wir mit Euch unseren Golden Circle teilen.

 

WHY

Wirtschaft und Gesellschaft brauchen neue soziale Ideen und Lösungen. Unsere Gesellschaft steht vor großen Umbrüchen – Demografischer Wandel, weltweite Mobilität, Urbanisierung, Digitalisierung der Arbeitswelt – unser traditionelles Verständnis reicht nicht aus, um alle durch die Entwicklungen aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Wir benötigen aber Lösungen für diese Fragen – gesellschaftliche und wirtschaftliche. Sozialunternehmer*innen oder Social Entrepreneurs gehören zu denen, die solche Lösungen entwickeln können. Sie lindern nicht nur gesellschaftliche Probleme, sondern beheben auch deren Ursachen.

HOW

Unsere Vision:

>Human Centered Entrepreneurship< ist die Vision von NEXSTER und unser Ansatz, um auf die genannten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche zu reagieren. Wir möchten für soziale Ideen einstehen. >Human Centered Entrepreneurship< steht für „menschenzentrierte Gründungen auf Basis innovativer Geschäftsideen“ (DIN EN ISO 27500). Der ganzheitliche und strukturierte Gründungsprozess kombiniert Elemente der Existenzanalyse, des Design Thinkings und des Lean-Startup-Ansatzes miteinander. Und er stellt den Menschen in den Mittelpunkt des Geschehens. Und das in zweifacher Weise: Zum einen Gründungswillige und Innovator*innen mit ihren Persönlichkeiten, Leidenschaften, ethischen Werten und ihrer Motivation. Laut Ashoka zeichnen sie sich durch unternehmerischen Geist, Kreativität, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen aus.

Zum anderen die Menschen, für die Produkte oder Dienstleistungen entwickelt werden. Sie sind keine am White Board entworfene Zielgruppe oder Kunden, sondern reale Menschen mit echten Problemen und Bedürfnissen. >Human Centered Entrepreneurship< ist wie kaum ein anderer Ansatz geeignet, um soziale Innovation hervorzubringen und in seiner Form bundesweit einzigartig.

WHAT

Unser Werkzeug:

Mit dem >Lab for Innovation & Social Impact< [kurz LISI] schafft NEXSTER den Raum und die Strukturen für soziale Innovationen. LISI soll in Zukunft innovative Ausgründungen generieren und fördern, die soziale und/oder ökologische Probleme unternehmerisch lösen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit solcher Unternehmen ist dabei ein zentraler Aspekt. Diese sicherzustellen, wird Zeit, intensives Coaching und starke Wirtschaftspartner brauchen. Aus diesem Grund haben wir die letzten Monate auf Hochtouren an dem Antrag >EXIST-Gründungskultur< gearbeitet.

Mit unserer Vision des >Human Centered Entrepreneurship< sollen durch LISI die zwei Fakultäten an der HsH adressiert werden, die über ein großes Potenzial verfügen, Fak. III (Design, Medien und Information), die mit rund 2500 Studierenden die Größte an der HsH ist, und Fak. V (Diakonie, Gesundheit und Soziales) mit rund 1.500 Studierenden. An beiden Fak. studieren überwiegend Frauen (Fak. V: 74%, Fak. III: 67%). Mit unserem Ansatz fördern wir (mit der Lady LISI) auch verstärkt Gründerinnen und Innovatorinnen, denn die Startup-Szene ist nach wie vor nicht ausgeglichen.

 

Durch LISI sollen mit Human Centered Entrepreneurship „Soziale“ und „Kreative“ der HsH aktiviert, qualifiziert und miteinander vernetzt werden. Wir machen sie fit für interdisziplinäre Unternehmensgründung mit sozialen Innovationen.

Dabei trifft das soziale Engagement und die intrinsische Motivation der Studierenden von Fak. V auf die Innovationskraft, Kreativität und Risikobereitschaft der Fak. III. In gemeinsamen Formaten und Workshops werden die Studentinnen und Studenten beider Fakultäten zudem mit Akteuren der Wirtschaft zusammengebracht.

Mit unserem Gründungskonzept werden drei für Gesellschaft und Wirtschaft bedeutende Branchen anvisiert: Die Gesundheits- und Sozialwirtschaft ist ein Jobmotor für die gesamte deutsche Wirtschaft mit großem Wachstum. Das Flächenland Niedersachsen steht dabei vor mehreren großen Herausforderungen, die zugleich Chancen für innovative Gründungen eröffnen: das ländliche Umland, kleine und mittlere Städte sind strukturschwach. Davon sind vor allem immer älter werdende Menschen betroffen. Die Versorgung (Gesundheit und Betreuung) wird zunehmend privatisiert und ambulant gestaltet. Diese Herausforderungen brauchen kommunikative und vernetzende Lösungen, Mobilitätsdienstleistungen und Ideen, die die Versorgung sicherstellen, die Wohnsituationen verbessern und die Vereinsamung von älteren Menschen verhindern. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist laut Endbericht ›Kultur- und Kreativwirtschaft‹ des BMWi die drittstärkste Wirtschaftsbranche in Deutschland mit enormer Innovationskraft und Impulswirkung. Nicht zu vergessen ist die Informations- & Kommunikationswirtschaft: in Zeiten der Digitalisierung und der sozialen Medien gibt es zahlreiche Optionen für datenbasierte Dienstleistungen im sozialen Bereich.

Soziale Unternehmen erfüllen noch eine weitere wichtige Aufgabe: Sie sind überall dort gefragt, wo marktliche oder staatliche Institutionen versagen. In einer Zeit der deregulierten, globalisierten und vernetzten Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen Sozialunternehmen vielfach die Rolle von „Change agents“: Sie korrigieren, was rein gewinnmaximierende Unternehmen nicht können und der Staat nicht schafft oder will: Sie bringen das Allgemeinwohl zurück in Unternehmen und in die Gesellschaft.

 

Was entsteht, wenn Motivation, soziales Engagement, und geballtes Knowhow von BWL-Student*innen und einem Design-Student aufeinandertreffen? Bobbie.

Die Erfolgsgeschichte:

BWL Studenten der Fak. IV belegen den Kurs Social Entrepreneurship. Sie müssen im WS ´18 einen Businessplan zu einer sozialen Geschäftsidee schreiben. An die Hand werden Ihnen die siebzehn Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 gegeben. Das Thema bleibt Ihnen frei überlassen. Schnell ist klar, dass sie sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen möchten. Ein Schreibtisch für Kinder aus nachhaltigen Rohstoffen, der auch noch mitwächst – das wär’s doch. Doch aus einer Idee wird noch kein Businessplan. Und Möbel entwerfen steht bislang nicht im Curriculum der BWLer. Aber gibt es da nicht einen Studiengang an der HsH, in dem man Produkte entwirft?

So lernten die Studierenden Giulio kennen. Er ist Student im dritten Semester Produktdesign. Katharina aus der BWL Gruppe erzählt: „Im Prinzip hatten wir dieselbe Idee, die Giulio auch schon in einem eigenen Projekt hatte, nur das wir dieses im Hinblick auf Nachhaltigkeit erweitert haben. Giulio freute sich über unser Angebot, gemeinsam an der Idee weiterzuarbeiten, und so entstand die Zusammenarbeit zwischen dem Team und ihm.“

Giulios Projekt: “Meine Intention war es, einen höhenverstellbaren Schreibtisch zu gestalten, der ohne jegliche Mechanik kinderleicht in der Höhe zu verstellen ist, Kinder sollen das Prinzip verstehen können und beim Verstellen aktiv mitwirken können.“

Die Stangen in die gewünschte Höhe einlegen, die Tischplatte auflegen – fertig. Durch die Einbuchtungen in der Zarge sichert sich das System von selbst. Die Stangen können erst nach Herausheben der Tischplatte wieder entnommen werden. „Bobbie“ wächst nicht nur mit, sondern passt sich auch den Bedürfnissen des Kindes an. Im jüngeren Alter, wenn die Feinmotorik des Kindes noch nicht ausgeprägt ist, umgibt ein Rand den Tisch, sodass nichts runterfallen kann. Im Laufe der Zeit, wird dieser nicht mehr benötigt und verschwindet in der obersten Höheneinstellung.“

Giulio stellte den BWLer*innen seine Skizzen zur Verfügung und durch regen Austausch entstand eine Idee, von der alle begeistert waren. Die „KindertRaum GmbH“ war geboren.

„Wachsen mit Verantwortung“ – ist nicht nur der Slogan, sondern auch das Leitbild der Unternehmung. Die KindertRaum GmbH setzt es sich zum Ziel, einen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt zu leisten. Mit dem Wunsch die Möbelbranche umzustrukturieren: weg von fossilen Ressourcen, hin zu einer Produktion, die auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Dadurch soll ein Umdenken in der Gesellschaft zu einem nachhaltigen Konsum angeregt werden und ein Mehrwert für künftige Generationen geschaffen werden.

Am Präsentationstag der Social Business Veranstaltung konnte das Team nicht nur einen sehr gut ausgearbeiteten Businessplan vorweisen, sondern auch einen mini „Bobbi“ aus nachhaltigen Rohstoffe präsentieren. (siehe Foto)

Sie belegten den zweiten Platz von rund 100 Studierenden. In der Jury saß Thomas Bade vom IUD – dem Institut für Universal Design. Er war direkt begeistert von der Idee und verlieh den Gewinnern eine Wildcard, um an der UNIVERSAL DESIGN competition 2019 teilzunehmen.

Giulio reichte den Entwurf ein und siehe da – letzte Woche haben sie mit „Bobbi“ gleich zwei Preise abgeräumt. Den Universal Design Award in den Kategorien “Expert” und “Consumer”!

Herzlichen Glückwunsch 🙂

 

Das Erfolgsrezept:

  • Man bilde interdisziplinäre Teams (Größe ca. 4-7)
  • Mixe ihr Knowhow
  • Reichere sie an mit einer Prise Wissen
  • Eine gute Portion Motivation
  • 3TL Empathize
  • 4TL Define
  • 2TL Ideate
  • eine Form für den Prototypen
  • Serviere (Test)

 

Hannover nicht mehr unter den Top-Regionen | Statistisch gesehen ein neues Startup pro Monat in Hannover

Jedes Jahr im Herbst erscheint der Deutsche Startup-Monitor, der als eine der wichtigsten Studien zum Gründungsgeschehen in Deutschland gilt. Der nunmehr sechsten Befragungsrunde stellten sich deutschlandweit 1.550 Startups.

Christian hat die Studie gelesen, ein wenig gerechnet und fasst seinen Eindruck für Euch zusammen.

Letztes Jahr schrieben wir an dieser Stelle (https://nexster.de/blog/hannover-ist-startup-hotspot-in-deutschland/), dass Hannover, oder besser die Region Hannover/Oldenburg, rund 6% aller Startups in Deutschland hervorbringt. In diesem Jahr sind es nur 3,5% und unsere Region gehört nicht mehr, wie 2017 und auch schon 2016, zu den Top-Gründerregionen Deutschlands. In Zahlen heißt das, dass 2017 insgesamt 110 Unternehmen, die sich selbst als Startups betrachteten, aus unserer Region an der Studie teilnahmen. 2018 sind es nur 54. Methodisch sind drei Gründe hierfür denkbar: (a) Viele der jungen und innovativen Unternehmen haben in diesem Jahr nicht (mehr) an der Studie teilgenommen, (b) einige der Firmen, die sich in den letzten beiden Jahren noch als innovativ und wachstumsstark ansahen, sind mittlerweile anderer Meinung und haben nicht mehr teilgenommen, weil sie aus ihrer Sicht die Kriterien nicht mehr erfüllen, oder (c) die Gründerregion Hannover (und Oldenburg) hat im Jahresverlauf die Hälfte ihrer Startups verloren, bspw. durch Wegzug oder durch Geschäftsaufgabe. Vermutlich spielen alle drei Gründe eine Rolle.

Schaut man zusätzlich auf die Verteilung der Startups nach ihrem Alter, zeigt sich ein anderer interessanter Aspekt: Deutschlandweit sind rund die Hälfte aller Start-ups (52%), die an der Studie teilnahmen, jünger als zwei Jahre, davon ist ca. die Hälfte im ersten Jahr (27%), die andere Hälfte (25%) zwischen einem und zwei Jahre alt. Legt man den deutschlandweiten Durchschnitt auch für unsere Region zugrunde, sind von den 54 Unternehmen, die in diesem Jahr an der Studie teilnahmen, 26 nicht älter als zwei Jahre, 13 Firmen wurden in den letzten 12 Monaten gegründet. Das macht rund ein Startup pro Monat in unserer Region. Denke ich an die letzten 12 Monate zurück, könnte ich aus dem Kopf 9 der 13 Neugründungen aufzählen. Euch geht es vielleicht ähnlich. Ihr seht, die Szene ist überschaubar, man kennt sich halt.

Fazit: Auch oder gerade weil wir nicht mehr zu den Top-Gründerregionen Deutschlands gehören, sollten wir uns um das eine neue Pflänzchen, das statistisch gesehen jeden Monat entsteht, besonders kümmern. Und wir sollten dafür sorgen, gemeinsam noch mehr zu sähen, damit wir in den kommenden Jahren wieder vorn dabei sind.

Deutscher Startup Monitor (DSM) 2017 erschienen
Prof. Dr. Christian Lehmann

Am Montag wurde die 5. Ausgabe des DSM der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter Federführung der Beratungsgesellschaft KPMG und der Universität Duisburg-Essen ist der DSM das führende Barometer rund um wachstumsstarke deutsche Unternehmen.

Hannover gilt erneut als einer von sechs Startup-Hotspots in Deutschland
Die Region Hannover-Oldenburg wird auf Grundlage der Standorte der befragten Startups erneut als einer der sechs führenden Startup-Hotspots in Deutschland aufgeführt. Jedes 17. deutsche Startup (6%) kommt aus der Region. Wieso Hannover und Oldenburg , die immerhin 2h voneinander entfernt sind, ein Startup-Ökosystem bilden, sagt der Bericht leider nicht. (zwinker)

Nur Hannover konnte sich steigern!
Im Gegensatz  zu anderen Gründerregionen sind die Startups in Hannover kleiner (Hannover: 10 Personen vs. Berlin: 29 Personen) und deutlich weniger international  (Hannover: 12,5% AusländerInnen, Bundesdurchschnitt: 28,6%). Erfreulich ist, dass eines von sieben Hannoveraner Startups (14,5%) mithilfe von Venture Capital gegründet bzw. finanziert wurde. Im Vorjahr war es nur jedes neunte Unternehmen (11,7%). Hannover hat beim Anteil VC-finanzierter Gründungen im letzten Jahr aufgeschlossen zur Region Stuttgart-Karlsruhe (14,3%) und liegt nur leicht hinter München (15,5%). Als einzige Region Deutschlands hat Hannover den Wert des Vorjahres steigern können; eine starke Entwicklung!

Skalierbarkeit als Hausaufgabe
Unabhängig von der Region zeigen die Autoren auf Grundlage der Daten den Startups eine große Hausaufgabe auf: die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Sechs von 10 Startups (59,2%) sehen die Skalierbarkeit des eigenen Geschäftsmodells als wichtig an, aber nur gut die Hälfte davon (31,5%) hat bereits ein Geschäftsmodell, dass ein hohes Wachstum verkraftet.

Den gesamten Bericht findet ihr hier.

Aufruf zur deutschlandweiten Veranstaltung am 4. September: JACKPOT – 24 h | Kultur- und Kreativwirtschaft | Bundesweit

Bundesweit. Deutschlands abwechslungsreichste Wirtschafts-Branche öffnet für einen Tag und eine Nacht ihre Türen. JACKPOT – 24 h | Kultur- und Kreativwirtschaft | Bundesweit ist eine Initiative des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Gemeinsam mit zahlreichen Netzwerkpartnern, Multiplikatoren und Unternehmen wird am 4. September 2015 im gesamten Bundesgebiet auf die Bedeutung und Leistung der Kultur- und Kreativwirtschaft aufmerksam gemacht.Die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigen sich quer durch die Republik von ihrer besten, schönsten, überraschendsten, unternehmerischsten, lautesten, nachdenklichsten, erwartetsten und unerwartetsten Seite – eben in ihrer ganzen Vielfalt.Zitat – Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie:

„24 Stunden kann man mit JACKPOT Deutschlands wohl vielfältigste und außergewöhnlichste Wirtschaftsbranche bestaunen und miterleben. Am 4. September 2015 werden Kreative, Verleger und verschiedenste Unterstützer die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Kreativbranche noch sichtbarer machen. Ich freue mich auf viele tolle Projekte!“

Mitmachen kann jede(r) AUS der Branche, egal ob als Einzelperson, Unternehmen, Kollektiv, Gruppe, Verein oder in sonstiger Konstellation. Ebenso willkommen sind Beiträge von Unternehmen und Institutionen anderer Branchen FÜR die Kultur- und Kreativwirtschaft.
Der Kreativität bei den Formaten ist an diesem Tag naturgemäß keine Grenze gesetzt: Ausstellungen, Werkschauen, Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Fahrradtouren, Workshops, gemeinsames Kochen oder Straßenfeste… alles ist möglich!

Alle Informationen zu JACKPOT – 24 h | Kultur- und Kreativwirtschaft | Bundesweit gibt es auf der Website www.kreativ-jackpot.de. Dort besteht auch die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen einzutragen. Die verschiedenen Angebote und Veranstaltungen werden auf einer stetig wachsenden Karte angezeigt und machen die Vielfalt der Kultur- und Kreativwirtschaft in den einzelnen Regionen sichtbar.

 

Kontakt:

Philipp Liekefett
Regionaler Ansprechpartner Bremen, Niedersachsen
Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes

NEUE ADRESSE

u-institut für unternehmerisches Denken und Handeln e. V.
Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes
Hinter dem Schütting 1A

28195 Bremen

(Bildrechte: Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes)

Wie gründen Frauen?

Welche Voraussetzungen müssen geschaffen und welche Barrieren beseitigt werden, damit Frauen lieber, leichter, besser gründen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das NEXSTER-Team seit dem 01.04.2015.
Im Fokus liegt dabei zunächst der Studiengang Modedesign, der traditionell über einen besonders hohen Anteil an weiblichen Studierenden verfügt.

Damit fügt sich das Forschungsprojekt – man möchte schon fast »nahtlos« sagen – in die Bestrebungen des [kre|H|tiv] Netzwerk Hannover e.V. sowie von hannoverimpuls ein, Hannover bis 2016 zur Modehauptstadt zu entwickeln.
Das Forschungsprojekt geht jedoch, typisch NEXSTER, weit über die theoretische Feststellung der Gegebenheiten und Bedürfnisse hinaus. Aus ihnen leitet das eigens für dieses Projekt aufgestockte Team konkrete Maßnahmen für die Praxis ab.

Diese sollen Studierenden und Alumni der Hochschule Hannover die erfolgreiche Gründung des eigenen Unternehmens zukünftig deutlich vereinfachen. Und zwar unabhängig von der Branche: Denn die im Rahmen dieses Gender-Projekts gewonnenen Erkenntnisse sollen mittelfristig auch auf andere Studiengänge mit hoher Frauenquote angewandt werden. Gefördert wird die »Evaluierung des spezifischen Bedarfes von Gründungsinteressierten in weiblich dominierten Branchen, exemplarisch am Beispiel von Studierenden und Graduierten des Studiengangs Modedesign« – so der offizielle Titel – maßgeblich mit Mitteln aus dem Gleichstellungsfond der Hochschule.

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Seit Juni 2015 forscht Arne Tober (Foto oben) im Auftrag von NEXSTER zu diesem Thema. Er hat Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt auf Unternehmensgründung an der Universität Bremen und an der TU Dresden studiert. Während des Auslandssemesters in der Schweiz hat er mit zwei befreundeten Designern ein eigenes Mode-Label gegründet.

Prof. Spellmeyer

… von einem Haus der Ideen

Prof. Gunnar Spellmeyer schrieb in der »hallo Sonntag« vom 04. Oktober 2014:


Tatsächlich träume ich oft von einem Haus. Ein Traumhaus eben. In meinem Traumhaus wohnen ganz verschiedene Menschen mit ganz verschiedenen Interessen, mit unterschiedlichem Wissen, mit eigenen Kulturen. Und sie haben ganz besondere Gäste: Ideen.
Doch Ideen sind selten gewordene Gäste. Wir sehnen uns zwar immer mal wieder nach einer Idee, doch die Art unseres Denkens hat sich seit mehr als 2000 Jahren nicht verändert. Sie ist von Platon und Aristoteles geprägt und baut auf den Verstand, auf Logik und das Urteil. Wir haben gelernt, das Denken als ›Verstandsdenken‹ einzusetzen. Unser Stirnhirn ist dabei eine Art Zensor, ein Kontrolleur der nur Vernünftiges zulässt. Wie ein Türsteher lässt der Zensor eben nicht alles zu. Neue Ideen sind hier nicht immer zugelassen.
In meinem Haus der Ideen ist das anders. Ein Ort für neue Gedanken, vielleicht ein Silikon Valley mit Dach. Ein Haus mit vielen offenen Räumen, wo Menschen zusammenkommen und das Haus mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihren Meinungen sozusagen einrichten. Wo ganz neu gedacht werden darf, wo aus Unsinn Sinn entstehen kann. Ein Haus auch für Aussenseiter, Querdenker, Entrepreneure und Intrapreneure. Dies Traumhaus wäre die Station für Menschen, die den Mut und die Lust haben, ganz neu zu denken. Erfinder, Entwickler, Kinder, Wissenschaftler – sie alle gehen ein und aus und heißen Ideen willkommen. Manche arbeiten hier in neuen Konstellationen, manche suchen die Vielfalt, manche die Vervielfältigung. Sie sind umgeben von innovativen Ideen und Produkten, von neuen Materialien und Technologien, sind eingebettet in einer großen Haltung der Offenheit.
Von diesem Ort aus werden Ideen in die Welt geschickt, um eine neue Art des Denkens, des kreativen Denkens zu verbreiten. Ein Denken das einer modernen Wissensgesellschaft entspricht.