Social Entrepreneurship @HSH

Was entsteht, wenn Motivation, soziales Engagement, und geballtes Knowhow von BWL-Student*innen und einem Design-Student aufeinandertreffen? Bobbie.

Die Erfolgsgeschichte:

BWL Studenten der Fak. IV belegen den Kurs Social Entrepreneurship. Sie müssen im WS ´18 einen Businessplan zu einer sozialen Geschäftsidee schreiben. An die Hand werden Ihnen die siebzehn Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 gegeben. Das Thema bleibt Ihnen frei überlassen. Schnell ist klar, dass sie sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen möchten. Ein Schreibtisch für Kinder aus nachhaltigen Rohstoffen, der auch noch mitwächst – das wär’s doch. Doch aus einer Idee wird noch kein Businessplan. Und Möbel entwerfen steht bislang nicht im Curriculum der BWLer. Aber gibt es da nicht einen Studiengang an der HsH, in dem man Produkte entwirft?

So lernten die Studierenden Giulio kennen. Er ist Student im dritten Semester Produktdesign. Katharina aus der BWL Gruppe erzählt: „Im Prinzip hatten wir dieselbe Idee, die Giulio auch schon in einem eigenen Projekt hatte, nur das wir dieses im Hinblick auf Nachhaltigkeit erweitert haben. Giulio freute sich über unser Angebot, gemeinsam an der Idee weiterzuarbeiten, und so entstand die Zusammenarbeit zwischen dem Team und ihm.“

Giulios Projekt: “Meine Intention war es, einen höhenverstellbaren Schreibtisch zu gestalten, der ohne jegliche Mechanik kinderleicht in der Höhe zu verstellen ist, Kinder sollen das Prinzip verstehen können und beim Verstellen aktiv mitwirken können.“

Die Stangen in die gewünschte Höhe einlegen, die Tischplatte auflegen – fertig. Durch die Einbuchtungen in der Zarge sichert sich das System von selbst. Die Stangen können erst nach Herausheben der Tischplatte wieder entnommen werden. „Bobbie“ wächst nicht nur mit, sondern passt sich auch den Bedürfnissen des Kindes an. Im jüngeren Alter, wenn die Feinmotorik des Kindes noch nicht ausgeprägt ist, umgibt ein Rand den Tisch, sodass nichts runterfallen kann. Im Laufe der Zeit, wird dieser nicht mehr benötigt und verschwindet in der obersten Höheneinstellung.“

Giulio stellte den BWLer*innen seine Skizzen zur Verfügung und durch regen Austausch entstand eine Idee, von der alle begeistert waren. Die „KindertRaum GmbH“ war geboren.

„Wachsen mit Verantwortung“ – ist nicht nur der Slogan, sondern auch das Leitbild der Unternehmung. Die KindertRaum GmbH setzt es sich zum Ziel, einen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt zu leisten. Mit dem Wunsch die Möbelbranche umzustrukturieren: weg von fossilen Ressourcen, hin zu einer Produktion, die auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Dadurch soll ein Umdenken in der Gesellschaft zu einem nachhaltigen Konsum angeregt werden und ein Mehrwert für künftige Generationen geschaffen werden.

Am Präsentationstag der Social Business Veranstaltung konnte das Team nicht nur einen sehr gut ausgearbeiteten Businessplan vorweisen, sondern auch einen mini „Bobbi“ aus nachhaltigen Rohstoffe präsentieren. (siehe Foto)

Sie belegten den zweiten Platz von rund 100 Studierenden. In der Jury saß Thomas Bade vom IUD – dem Institut für Universal Design. Er war direkt begeistert von der Idee und verlieh den Gewinnern eine Wildcard, um an der UNIVERSAL DESIGN competition 2019 teilzunehmen.

Giulio reichte den Entwurf ein und siehe da – letzte Woche haben sie mit „Bobbi“ gleich zwei Preise abgeräumt. Den Universal Design Award in den Kategorien “Expert” und “Consumer”!

Herzlichen Glückwunsch 🙂

 

Das Erfolgsrezept:

  • Man bilde interdisziplinäre Teams (Größe ca. 4-7)
  • Mixe ihr Knowhow
  • Reichere sie an mit einer Prise Wissen
  • Eine gute Portion Motivation
  • 3TL Empathize
  • 4TL Define
  • 2TL Ideate
  • eine Form für den Prototypen
  • Serviere (Test)

 

Hannover nicht mehr unter den Top-Regionen | Statistisch gesehen ein neues Startup pro Monat in Hannover

Jedes Jahr im Herbst erscheint der Deutsche Startup-Monitor, der als eine der wichtigsten Studien zum Gründungsgeschehen in Deutschland gilt. Der nunmehr sechsten Befragungsrunde stellten sich deutschlandweit 1.550 Startups.

Christian hat die Studie gelesen, ein wenig gerechnet und fasst seinen Eindruck für Euch zusammen.

Letztes Jahr schrieben wir an dieser Stelle (https://nexster.de/blog/hannover-ist-startup-hotspot-in-deutschland/), dass Hannover, oder besser die Region Hannover/Oldenburg, rund 6% aller Startups in Deutschland hervorbringt. In diesem Jahr sind es nur 3,5% und unsere Region gehört nicht mehr, wie 2017 und auch schon 2016, zu den Top-Gründerregionen Deutschlands. In Zahlen heißt das, dass 2017 insgesamt 110 Unternehmen, die sich selbst als Startups betrachteten, aus unserer Region an der Studie teilnahmen. 2018 sind es nur 54. Methodisch sind drei Gründe hierfür denkbar: (a) Viele der jungen und innovativen Unternehmen haben in diesem Jahr nicht (mehr) an der Studie teilgenommen, (b) einige der Firmen, die sich in den letzten beiden Jahren noch als innovativ und wachstumsstark ansahen, sind mittlerweile anderer Meinung und haben nicht mehr teilgenommen, weil sie aus ihrer Sicht die Kriterien nicht mehr erfüllen, oder (c) die Gründerregion Hannover (und Oldenburg) hat im Jahresverlauf die Hälfte ihrer Startups verloren, bspw. durch Wegzug oder durch Geschäftsaufgabe. Vermutlich spielen alle drei Gründe eine Rolle.

Schaut man zusätzlich auf die Verteilung der Startups nach ihrem Alter, zeigt sich ein anderer interessanter Aspekt: Deutschlandweit sind rund die Hälfte aller Start-ups (52%), die an der Studie teilnahmen, jünger als zwei Jahre, davon ist ca. die Hälfte im ersten Jahr (27%), die andere Hälfte (25%) zwischen einem und zwei Jahre alt. Legt man den deutschlandweiten Durchschnitt auch für unsere Region zugrunde, sind von den 54 Unternehmen, die in diesem Jahr an der Studie teilnahmen, 26 nicht älter als zwei Jahre, 13 Firmen wurden in den letzten 12 Monaten gegründet. Das macht rund ein Startup pro Monat in unserer Region. Denke ich an die letzten 12 Monate zurück, könnte ich aus dem Kopf 9 der 13 Neugründungen aufzählen. Euch geht es vielleicht ähnlich. Ihr seht, die Szene ist überschaubar, man kennt sich halt.

Fazit: Auch oder gerade weil wir nicht mehr zu den Top-Gründerregionen Deutschlands gehören, sollten wir uns um das eine neue Pflänzchen, das statistisch gesehen jeden Monat entsteht, besonders kümmern. Und wir sollten dafür sorgen, gemeinsam noch mehr zu sähen, damit wir in den kommenden Jahren wieder vorn dabei sind.

Deutscher Startup Monitor (DSM) 2017 erschienen
Prof. Dr. Christian Lehmann

Am Montag wurde die 5. Ausgabe des DSM der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter Federführung der Beratungsgesellschaft KPMG und der Universität Duisburg-Essen ist der DSM das führende Barometer rund um wachstumsstarke deutsche Unternehmen.

Hannover gilt erneut als einer von sechs Startup-Hotspots in Deutschland
Die Region Hannover-Oldenburg wird auf Grundlage der Standorte der befragten Startups erneut als einer der sechs führenden Startup-Hotspots in Deutschland aufgeführt. Jedes 17. deutsche Startup (6%) kommt aus der Region. Wieso Hannover und Oldenburg , die immerhin 2h voneinander entfernt sind, ein Startup-Ökosystem bilden, sagt der Bericht leider nicht. (zwinker)

Nur Hannover konnte sich steigern!
Im Gegensatz  zu anderen Gründerregionen sind die Startups in Hannover kleiner (Hannover: 10 Personen vs. Berlin: 29 Personen) und deutlich weniger international  (Hannover: 12,5% AusländerInnen, Bundesdurchschnitt: 28,6%). Erfreulich ist, dass eines von sieben Hannoveraner Startups (14,5%) mithilfe von Venture Capital gegründet bzw. finanziert wurde. Im Vorjahr war es nur jedes neunte Unternehmen (11,7%). Hannover hat beim Anteil VC-finanzierter Gründungen im letzten Jahr aufgeschlossen zur Region Stuttgart-Karlsruhe (14,3%) und liegt nur leicht hinter München (15,5%). Als einzige Region Deutschlands hat Hannover den Wert des Vorjahres steigern können; eine starke Entwicklung!

Skalierbarkeit als Hausaufgabe
Unabhängig von der Region zeigen die Autoren auf Grundlage der Daten den Startups eine große Hausaufgabe auf: die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Sechs von 10 Startups (59,2%) sehen die Skalierbarkeit des eigenen Geschäftsmodells als wichtig an, aber nur gut die Hälfte davon (31,5%) hat bereits ein Geschäftsmodell, dass ein hohes Wachstum verkraftet.

Den gesamten Bericht findet ihr hier.

Aufruf zur deutschlandweiten Veranstaltung am 4. September: JACKPOT – 24 h | Kultur- und Kreativwirtschaft | Bundesweit

Bundesweit. Deutschlands abwechslungsreichste Wirtschafts-Branche öffnet für einen Tag und eine Nacht ihre Türen. JACKPOT – 24 h | Kultur- und Kreativwirtschaft | Bundesweit ist eine Initiative des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Gemeinsam mit zahlreichen Netzwerkpartnern, Multiplikatoren und Unternehmen wird am 4. September 2015 im gesamten Bundesgebiet auf die Bedeutung und Leistung der Kultur- und Kreativwirtschaft aufmerksam gemacht.Die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigen sich quer durch die Republik von ihrer besten, schönsten, überraschendsten, unternehmerischsten, lautesten, nachdenklichsten, erwartetsten und unerwartetsten Seite – eben in ihrer ganzen Vielfalt.Zitat – Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie:

„24 Stunden kann man mit JACKPOT Deutschlands wohl vielfältigste und außergewöhnlichste Wirtschaftsbranche bestaunen und miterleben. Am 4. September 2015 werden Kreative, Verleger und verschiedenste Unterstützer die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Kreativbranche noch sichtbarer machen. Ich freue mich auf viele tolle Projekte!“

Mitmachen kann jede(r) AUS der Branche, egal ob als Einzelperson, Unternehmen, Kollektiv, Gruppe, Verein oder in sonstiger Konstellation. Ebenso willkommen sind Beiträge von Unternehmen und Institutionen anderer Branchen FÜR die Kultur- und Kreativwirtschaft.
Der Kreativität bei den Formaten ist an diesem Tag naturgemäß keine Grenze gesetzt: Ausstellungen, Werkschauen, Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Fahrradtouren, Workshops, gemeinsames Kochen oder Straßenfeste… alles ist möglich!

Alle Informationen zu JACKPOT – 24 h | Kultur- und Kreativwirtschaft | Bundesweit gibt es auf der Website www.kreativ-jackpot.de. Dort besteht auch die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen einzutragen. Die verschiedenen Angebote und Veranstaltungen werden auf einer stetig wachsenden Karte angezeigt und machen die Vielfalt der Kultur- und Kreativwirtschaft in den einzelnen Regionen sichtbar.

 

Kontakt:

Philipp Liekefett
Regionaler Ansprechpartner Bremen, Niedersachsen
Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes

NEUE ADRESSE

u-institut für unternehmerisches Denken und Handeln e. V.
Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes
Hinter dem Schütting 1A

28195 Bremen

(Bildrechte: Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes)

Wie gründen Frauen?

Welche Voraussetzungen müssen geschaffen und welche Barrieren beseitigt werden, damit Frauen lieber, leichter, besser gründen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das NEXSTER-Team seit dem 01.04.2015.
Im Fokus liegt dabei zunächst der Studiengang Modedesign, der traditionell über einen besonders hohen Anteil an weiblichen Studierenden verfügt.

Damit fügt sich das Forschungsprojekt – man möchte schon fast »nahtlos« sagen – in die Bestrebungen des [kre|H|tiv] Netzwerk Hannover e.V. sowie von hannoverimpuls ein, Hannover bis 2016 zur Modehauptstadt zu entwickeln.
Das Forschungsprojekt geht jedoch, typisch NEXSTER, weit über die theoretische Feststellung der Gegebenheiten und Bedürfnisse hinaus. Aus ihnen leitet das eigens für dieses Projekt aufgestockte Team konkrete Maßnahmen für die Praxis ab.

Diese sollen Studierenden und Alumni der Hochschule Hannover die erfolgreiche Gründung des eigenen Unternehmens zukünftig deutlich vereinfachen. Und zwar unabhängig von der Branche: Denn die im Rahmen dieses Gender-Projekts gewonnenen Erkenntnisse sollen mittelfristig auch auf andere Studiengänge mit hoher Frauenquote angewandt werden. Gefördert wird die »Evaluierung des spezifischen Bedarfes von Gründungsinteressierten in weiblich dominierten Branchen, exemplarisch am Beispiel von Studierenden und Graduierten des Studiengangs Modedesign« – so der offizielle Titel – maßgeblich mit Mitteln aus dem Gleichstellungsfond der Hochschule.

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Seit Juni 2015 forscht Arne Tober (Foto oben) im Auftrag von NEXSTER zu diesem Thema. Er hat Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt auf Unternehmensgründung an der Universität Bremen und an der TU Dresden studiert. Während des Auslandssemesters in der Schweiz hat er mit zwei befreundeten Designern ein eigenes Mode-Label gegründet.

Prof. Spellmeyer

… von einem Haus der Ideen

Prof. Gunnar Spellmeyer schrieb in der »hallo Sonntag« vom 04. Oktober 2014:


Tatsächlich träume ich oft von einem Haus. Ein Traumhaus eben. In meinem Traumhaus wohnen ganz verschiedene Menschen mit ganz verschiedenen Interessen, mit unterschiedlichem Wissen, mit eigenen Kulturen. Und sie haben ganz besondere Gäste: Ideen.
Doch Ideen sind selten gewordene Gäste. Wir sehnen uns zwar immer mal wieder nach einer Idee, doch die Art unseres Denkens hat sich seit mehr als 2000 Jahren nicht verändert. Sie ist von Platon und Aristoteles geprägt und baut auf den Verstand, auf Logik und das Urteil. Wir haben gelernt, das Denken als ›Verstandsdenken‹ einzusetzen. Unser Stirnhirn ist dabei eine Art Zensor, ein Kontrolleur der nur Vernünftiges zulässt. Wie ein Türsteher lässt der Zensor eben nicht alles zu. Neue Ideen sind hier nicht immer zugelassen.
In meinem Haus der Ideen ist das anders. Ein Ort für neue Gedanken, vielleicht ein Silikon Valley mit Dach. Ein Haus mit vielen offenen Räumen, wo Menschen zusammenkommen und das Haus mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihren Meinungen sozusagen einrichten. Wo ganz neu gedacht werden darf, wo aus Unsinn Sinn entstehen kann. Ein Haus auch für Aussenseiter, Querdenker, Entrepreneure und Intrapreneure. Dies Traumhaus wäre die Station für Menschen, die den Mut und die Lust haben, ganz neu zu denken. Erfinder, Entwickler, Kinder, Wissenschaftler – sie alle gehen ein und aus und heißen Ideen willkommen. Manche arbeiten hier in neuen Konstellationen, manche suchen die Vielfalt, manche die Vervielfältigung. Sie sind umgeben von innovativen Ideen und Produkten, von neuen Materialien und Technologien, sind eingebettet in einer großen Haltung der Offenheit.
Von diesem Ort aus werden Ideen in die Welt geschickt, um eine neue Art des Denkens, des kreativen Denkens zu verbreiten. Ein Denken das einer modernen Wissensgesellschaft entspricht.