Förderung durch die Innovationsfonds Kunst und Kultur

Ausschreibung des „Innovationsfonds Kunst und Kultur“ der Landeshauptstadt Hannover

Die Landeshauptstadt Hannover hat die „Innovationsfonds Kunst und Kultur“ auch für die Jahre 2017 und 2018 fortgeschrieben. Damit steht erneut ein finanzielles Volumen von 100.000 Euro/Jahr zur Förderung der Kulturlandschaft Hannovers bei besonders ideenreichen, interdisziplinären Projekten zur Verfügung. Hiermit wird ein Beitrag zur innovationsfreundlichen Entwicklung der Kunst und Kulturlandschaft der Landeshauptstadt geleistet.

Zu den Förderschwerpunkten

  1. “Junge Hunde – First Steps”

Mit dem Förderschwerpunkten sollen junge KünstlerInnen und Kreative aus verschiedenen Kunst-, Kultur- und Kreativbereichen angesprochen werden. Ein Schwerpunkt soll auf die Förderung von Study & Stay Projekten gelegt werden, bei denen eine enge Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen in Hannover und den Antragstellern vorausgesetzt wird.

  1. “Get Together”

Hier sollen besonders interdisziplinär angelegte Projekten gefördert werden. Diese Projekte sollen durch die Kooperation verschiedener Akteure, ggf. auch aus der Kreativwirtschaft, Synergien schaffen und somit die Kunst- und Kulturlandschaft Hannovers weiter entwickeln..

  1. “Long Life”

Hier sollen innovative Pilot- und Explorationsprojekte aus dem Bereich der Fort- und Weiterbildung gefördert werden. Die geförderten Projekte sollen neue Ansätze für den Zugang zu und die Anschlussfähigkeit von Weiterbildung bieten und hiermit dazu beitragen, die Kulturlandschaft Hannovers zu entwickeln.

Abgabe online

Die vollständigen Anträge für das Förderjahr 2017 sind online bis zum 30.04.2017 an das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover innovationsfonds@hannover-stadt.de zu richten.

Förderung

Die Förderung erfolgt nach Beschluss des Rates der Landeshauptstadt Hannover auf Empfehlung einer Jury bestehend aus Vertretern der Hochschulen und öffentlichen und privaten Förderern aus Stadt, Land und Region. Die geförderten Projekte werden von einem Beirat bestehend aus Vertretern der Kulturinstitutionen Hannovers beratend begleitet.

Förderungssumme/ Eigenmittel

Die städtische Förderung für einzelne Maßnahmen soll in der Regel 20.000 Euro nicht überschreiten. Der Antragsteller/die Antragstellerin soll in der Regel mindestens 10 v. H. der zuwendungsfähigen Ausgaben als Eigenmittel (u.a. vorhandenes Personal, bzw. Arbeitsleistungen oder vorhandene Räume) in das Projekt einbringen. Ausnahmen können zugelassen werden, insbesondere bei den Förderschwerpunkten 1 sowie 2 bei Vorhaben mit vorrangig experimentellem Charakter.

Weitere Informationen

Bewerbungen für den Innovationsfond 2017 können bis zum 30.04.2017 beim Kulturbüro unter der Mailadresse: innovationsfonds@hannover-stadt.de eingereicht werden.

 

MITWISSER

Anlässlich des Mitwisser Vortrages am 12.01.2016 sprach Nexster mit dem mehrfachen Gründer und “Sozialheld” Raúl Krauthausen – einem Entrepreneur mit Behinderung:

Wann haben Sie das erste Mal gemerkt, dass Sie behindert/anders sind?
Das erste mal so richtig gemerkt, habe ich es wohl in der Schulzeit, als es im Sport nicht mehr nur um Spaß ging, sondern um den Leistungsvergleich. Bei den Wettbewerben konnte ich nicht mehr mithalten und habe gemerkt, dass ich anders bin als andere. Natürlich war mir schon vorher bewusst, dass ich einen Rollstuhl brauche, den andere nicht brauchen und dass ich mir schneller was breche, aber ich habe mich trotzdem nicht als “behindert” bezeichnet, weil es für mich keine Einschränkung war, da mir meine Eltern und Freunde immer das Gefühl gaben, dazu zugehören und ich somit kaum vor Barrieren stand.

Wie gingen Ihre Eltern damit um, ein behindertes Kind zu haben?
Meine Eltern sind von Anfang an sehr pragmatisch gewesen. Ich wurde in Peru geboren, aber meine Eltern sind dann nach Deutschland gezogen, weil hier die Grundvorraussetzungen für behinderte Menschen besser sind. Ich kann mir vorstellen, dass meine Eltern viel mehr bei Ärzten und in Amtsstellen gesessen haben, als andere Familien und dass ich mehr Betreuung brauchte. Es war für meine Eltern aber auch sofort klar, dass sie nicht immer für mich da sein können und ich ein eigenes Leben finden sollte. Deswegen bestand viel in meiner Erziehung auch darin, dass ich selbstständig werden soll. Meine Eltern wollten, dass ich auf eine integrative Schule gehe und einen Abschluss mache. Als ich mal erwähnte, dass ich keine Lust auf das Abitur habe und lieber von der Schule gehen möchte, meinten sie nur ganz trocken: “Aber Dachdecker kannst du auch nicht werden.”

Dieser Pragmatismus meiner Eltern hat mir zurückblickend doch mehr geholfen, als eine Überbetreuung.

Wie war Ihre Kindheit mit Behinderung?
Meine Kindheit war wohl nicht anders, als die von anderen Kindern. Durch die Glasknochen habe ich mir beim Spielen öfter mal etwas gebrochen, aber meine Mutter ist Ärztin, weswegen wir nicht ständig ins Krankenhaus fahren mussten. Durch einige größere Operationen musste ich längere Zeit im Krankenhaus bleiben, was natürlich genervt hat, so wie es jedes Kind nerven würde. Davon abgesehen hatte ich eine sehr schöne Kindheit mit vielen Freunden und Spaß.

Was bedeutet es, die Glasknochenkrankheit zu haben?
Das ist schwer zu beantworten, weil ich ja keinen Vergleich zu einem Leben ohne Glasknochen habe. Ich muss an manchen Stellen mehr aufpassen, zum Beispiel, dass ich mit meinen Rollstuhl nicht gegen eine Laterne fahre, weil ich mit dem Handy spiele. Das würde mir aber wohl auch ohne die Glasknochen passieren.

Ansonsten muss ich meinen Alltag mehr planen, als Menschen ohne Behinderungen. Jeden Tag. Denn am Morgen und Abend bin ich auf Assistenzen angewiesen, die mir bei verschiedenen Sachen helfen.

Wie oft haben Sie sich schon die Knochen gebrochen?
Das habe ich aufgehört zu zählen. Es sind bestimmt mehr als hundert mal.

Wie groß sind Sie?
Ungefähr einen Meter.

Wann haben Sie aufgehört zu wachsen?
Als ich auf meiner Blechtrommel gespielt habe.

Wer hilft Ihnen im Alltag?
Dafür habe ich Assistenzen, die mir am Morgen und Abend helfen und auch Aufgaben im Haushalt übernehmen. Sie sind meine verlängerten Arme. Auf der Arbeit helfen mir meine Kollegen, beispielsweise mit den Türen oder wenn ich meinen Laptop brauche.

In welchen Situationen fühlen Sie sich behindert?
Ich versuche gerne das Wort “behindert” aus einer anderen Perspektive zu betrachten, weil wir ja oft Menschen sehen, die im Rollstuhl sitzen oder eine Sehbehinderung haben und dann denken: der oder sie ist ja behindert. Dabei wird der Mensch in dem Moment es gar nicht so empfinden, sondern den Rollstuhl als ein Mittel sehen, das Freiheit bringt und nicht behindert. Wenn man dann aber vor der nächsten hohen Stufe, Treppe oder einem defekten Aufzug steht, dann ist man behindert oder besser gesagt: wird behindert.

Diese Behinderungen können baulicher Art sein, aber sie kommen auch sehr oft in der Bürokratie vor. Ich muss mich zum Beispiel beim Finanzamt alle Daten angeben, mich komplett durchleuchten lassen. Deswegen fordere ich auch ein besseres Teilhabegesetz für Menschen mit Behinderungen, damit die finanzielle Situation unabhängig von der Behinderung betrachtet wird.

Denn kein Mensch kann etwas für seine Behinderung, aber eine Gesellschaft kann behindern. Oder auch nicht.

Gewöhnt man sich daran, die Blicke anderer Menschen auf sich zu ziehen?
Ganz gelassen werde ich damit wohl nie umgehen können, weil ich selbst gerne Menschen beobachte und das nicht machen kann, wenn ich schon alle Blicke auf mich ziehe. Ich glaube aber dass ich heute gelassener damit umgehen kann, weil ich versuche zu verstehen, warum das so ist. Nur, wenn ich wirklich angestarrt oder auch komisch von der Seite angesprochen und auf meine Behinderung reduziert werde, dann nervt mich das doch sehr.

Wie reagieren die Menschen auf Sie? / Wie gehen andere Menschen mit Ihrer Behinderung um?
Werden Sie bemitleidet?
Ich werde selten direkt bemitleidet. Das passiert dann eher “hinter meinem Rücken”, wenn Menschen glauben zu wissen, wie schwer mein Leben ist, weil man ja selbst auch schon mal Zivildienst gemacht hat. Ich finde das immer sehr unangenehm, weil man sich doch nicht anmaßen sollte, zu wissen wie sich jemand anderes fühlt.

Machen Menschen sich über Sie lustig?
Ganz selten. Das passiert eher anonym im Netz, bei irgendwelchen Kommentaren oder E-Mails a la “Was bist du denn für nen komischer Zwerg?” Aber das geht mir nicht nah. Es gibt halt überall komische Leute.

Können Sie über Behindertenwitze lachen?
Ja das kann ich, aber trotzdem erzähle ich nicht gerne Behindertenwitze, weil es ganz oft einer der ersten Fragen von Medienvertreterinnen und Journalisten ist. Humor ist eine tolle Sache, aber sollte keine Alibi-Handlung sein, nach dem Motto: so jetzt haben wir mal 5 Minuten über Inklusion gesprochen, jetzt erzählen wir uns Witze. Das ist mir zu einfach. Lassen sie uns erstmal in der Inklusion weiterkommen, dann können wir auch gemeinsam über Witze lachen.

Können Sie über Behindertenwitze lachen?
s.o.

Wie wollen Sie genannt werden? Welche Begriffe (Handicap, Mensch mit Behinderung und Co) bevorzugen Sie?
Mensch mit Behinderung finde ich eine gute Bezeichnung, weil es den Menschen an die erste Stelle setzt. Am besten finde ich aber Bezeichnungen, die nicht unbedingt was mit meiner Behinderung zu tun haben. Einmal habe ich gelesen: “Der Mann mit Mütze” – das fand ich super.

Lieber Raúl Krauthausen, herzlichen Dank für das Interview, wir freuen uns auf Sie als Mitwisser!

„LEPEL & LEPEL“

Am Donnerstag, den 23. April 2015 ist Monika Lepel zu Gast im Design Center der Hochschule Hannover.

Als Innenarchitektin gestaltet Monika Lepel unverwechselbare Räume, die das Gesicht von Unternehmen prägen und nach innen und außen Identität stiften. Corporate Interior & Markenarchitektur sind der Kern der Tätigkeit und der Leidenschaft als Entwerferin.

Seit 1993 arbeiten Monika Lepel und Reinhard Lepel gemeinsam als freischaffende Architekten und Innenarchitekten im eigenen Büro in Köln. Heute beschäftigen sie 17 Mitarbeiter. Das Büro Lepel & Lepel bietet eine große Bandbreite von Architektur- und Innenarchitekturleistungen an – vom Hochbau bis hin zur Gestaltung von Innenräumen.

Wesentliche Schwerpunkte der Arbeit liegen im Entwurf und in der Ausführung von Gebäuden und Innenräumen aus den Bereichen Hochschul- und Institutsbau, Gemeinde- und Kirchenbauten und Verwaltungs- und Bürobauten.

Zu den Auftraggebern zählen Bund, Kommunen, Unternehmen, Bauträger, Projektentwickler, Kirchengemeinden und private Bauherren. Der rege Austausch mit wirtschaftlich, künstlerisch, gesellschaftlich und kirchlich engagierten Menschen ist Quelle und Ressource der kreativen Leistungsfähigkeit beider Geschäftsführer.

Über die beruflichen Arbeiten hinaus zeigen Lepel & Lepel ein hohes ehrenamtliches Engagement in der Förderung von Baukultur. Neben Kunstaktionen im öffentlichen Raum beteiligen sich Monika Lepel und Reinhard Lepel aktiv in unterschiedlichen Vereinen und Organisationen und bringen sich engagiert in die aktuelle baukulturelle Diskussion ein.

Beziehung bauen – unter dieser Kernaussage manifestiert sich der inhaltliche Ansatz von Lepel & Lepel in jedem Projekt neu.

iF Design

Warum Design nicht messbar ist und was das bedeutet.

Am Mittwoch, den 22.04.2015 um 17:00 Uhr im Design Center ist es wieder soweit – ein Mitwisser kommt: Frank Zierenberg berichtet darüber, wie man gutes Design bewertet, damit Geld verdient und das alles obwohl Design nicht messbar ist.

Trotz einer über hundertjährigen Geschichte gibt es bis heute keine objektiven Maßstäbe zur Beurteilung der Qualität von Gestaltung. Warum?

Anhand konkreter Beispiele wird der Diplom Designer (FH) Frank Zierenberg die Herausforderungen bei der Beurteilung von Design auch in der Arbeit als Organisator des iF DESIGN AWARD darstellen und zudem eine Einschätzung geben, welche Konsequenzen die fehlende Objektivität in der täglichen Arbeit als Designer hat.
Frank Zierenberg

Frank Zierenberg arbeitet seit seinem Diplom im Studiengang Industrial Design an der FH Hannover im Jahre 2003 bei der iF International Forum Design GmbH.

Er ist dort verantwortlich für die Organisation des iF DESIGN AWARD – eines der weltweit größten und ältesten Design Wettbewerbe.

Neben der Organisation des iF DESIGN AWARD ist er für die Koordination der einzelnen Niederlassungen und Repräsentanzen von iF in Brasilien, Taiwan, Korea, Japan, den Niederlanden, Polen und der Türkei zuständig.

Er ist verheiratet, lebt in Celle und hat zwei Kinder.

Über iF

Seit 1953 steht iF für kompetente und seriöse Dienstleistungen an der Schnittstelle von Design und Wirtschaft. Dabei verfolgen wir das Ziel, die Bewusstseinsbildung von Design in der Öffentlichkeit nachhaltig zu stärken. Um dies zu erreichen, pflegen und erweitern wir das Kommunikationsnetzwerk, das sich durch unsere designorientierten Aktivitäten im Laufe der Jahre entwickelt hat, mit großer Sorgfalt.

Mit unserem iF Wettbewerb – dem iF DESIGN AWARD – sind wir heute eines der international größten und renommiertesten Designzentren.

Man muss seine Kunden nicht lieben. Es schadet aber auch nicht. Wie die emotionale Beziehung zwischen Menschen gelingen kann, berichtet am 10.12.2014 Dr. Christoph Kolbe im Rahmen der MITWISSER-Reihe im Hörsaal des Design Center an der Expo Plaza 2.

Was die Liebe so kompliziert macht und wie sie trotzdem gelingen kann.
Liebe erfüllt uns Menschen mit höchstem Glück, gleichzeitig macht sie uns zutiefst verletzlich. Weil wir uns ganzheitlich einlassen, wenn wir lieben, spüren wir uns einerseits in unseren tiefsten Sehnsüchten und Bedürfnissen, andererseits aber auch in unseren Ängsten. Diese aber haben nicht selten mit unserer konkreten Lebensgeschichte zu tun, häufig mit unseren ursprünglichsten und frühesten Beziehungserfahrungen und oftmals weniger mit unserem Lebenspartner selbst. Dies gilt es, in der Liebesbeziehung zu unterscheiden, so dass Klärung, Reifung und echte Liebe möglich werden können. Im Folgenden werden typische Paarkonflikte dargestellt, Möglichkeiten sie zu verstehen und Wege, mit ihnen konstruktiv umzugehen.

Zur Person:
Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis, Leiter des Norddeutschen Institutes der Akademie für Existenzanalyse und Logotherapie, Vorsitzender der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse in Deutschland (GLE-D), Vorstandsmitglied und Ausbildungsleiter der GLE-International, internationale Vortragstätigkeit.