Trotz drohender Rezession in Deutschland: gute Laune bei den deutschen Startups

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7. Deutscher Startup Monitor: Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer rechnen damit, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird / Zwei Drittel der Startups setzen auf digitale Geschäftsmodelle / 44Prozent der Gründerinnen und Gründer wählen grün / Zugang zu Kapital wird schwieriger

Das Schreckgespenst der Rezession geht in Deutschland um -allerdings nicht bei den Gründerinnenund Gründern, die trotz wirtschaftlichenAbschwungssehr zuversichtlich in die Zukunft blicken, ambitionierte Wachstumspläneverfolgen undin den kommenden zwölfMonaten im Schnitt acht neue Arbeitsplätze schaffenwollen. Hemmschuh für das Wachstum ist allerdings der Zugang zu Kapital. Zu diesen Ergebnissen kommt der 7. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups e. V. und die Prüfungs-und Beratungsgesellschaft PwC heute in Berlin vorstellen. Beteiligt haben sich daran knapp 2.000 deutsche Startups: Das ist die mit Abstand höchste Teilnehmerzahl, seit der DSM im Jahr 2013 erstmals veröffentlicht wurde.

„Während in vielen Branchen die Sorgen vor einer Wirtschaftskrise zunehmen, sehen Startups weiterhin gute Marktchancen. Ein Erfolgsrezept der Gründerinnen und Gründer: Sie setzen in ihren Geschäftsmodellen konsequent auf Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit“, kommentiert Franziska Teubert, Geschäftsführerindes Bundesverbands Deutsche Startups e. V. AuchFlorian Nöll, der bei PwC die Startup-Initiative NextLevel leitet, sieht in derStartup-Szeneeinefeste Größe in der deutschen Wirtschaft: „Zwei von drei Startups kooperieren bereits mit etablierten Unternehmen.Daraus entstehen nicht nur für die jungen Unternehmen große Chancen. Zudem rechnen zwei Drittel der Befragten damit, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. “ Der Optimismus lässt sich auch an den Umsatzzielen ablesen: Rund zwei Drittel der Startups kalkulieren für das kommende Geschäftsjahr mit einem Jahresumsatzvonüber 500.000 Euro, während im aktuellen Geschäftsjahr nur 44 Prozent mehr als eine halbe Million an Erlösen erwirtschaften.

Startups setzen auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit

„Mit ihren innovativen Ideen sorgen die Startups nicht nur für Wachstum, sie treiben auch dieDigitalisierungin Deutschland voranund gestalten so den technologischen und gesellschaftlichenFortschritt“, so Prof. Dr. Tobias Kollmannvon der Universität Duisburg-Essen, Autor der Studie. Knapp zwei Drittel derBefragtenhaben ein digitales Geschäftsmodell. Im Zentrum stehen dabei immer häufiger innovative Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Virtual Reality oderBlockchain. Zudem werden Kriterien der Nachhaltigkeit bei der Gründung immer wichtiger. Ein gutes Drittel der Befragten (37 Prozent) ordnet seine Produkte oder Dienstleistungen der „Green Economy“ zu. Der Fokus auf „grüne“ Themen spiegelt sich übrigens auch im Wahlverhalten der Befragten wider: Rund 44 Prozent der Gründerinnen und Gründer wählen grün. Das sind fast 20 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Fehlendes Kapital bremst das Wachstum

Allerdings herrscht nichtnur eitel Sonnenscheinin derStartup-Szene: Viele Gründerinnen und Gründerempfinden es als zunehmend schwierig, an Geld zu kommen. Für 38 Prozent der Befragten ist die Kapitalbeschaffungeine große Hürde. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auffallend ist, dasszwischen den Finanzierungsquellen, die Startupstatsächlichnutzen, und denen, die sie sich wünschen, eine große Lücke klafft. 81Prozent der Befragten setzen für die Finanzierung auf eigene Ersparnisse, abernur 40 Prozent bevorzugen diese Option. 23 Prozent arbeiten mit Business Angelszusammen, während39 Prozent diesen Weg der Finanzierung gerne gehen würden. 15 Prozent nutzen bereits Venture Capital, 40 Prozent würden dies gerne tun.

Mehr Netzwerkarbeit lautet die Devise

Die wichtigen Wachstumsbeschleuniger Wagniskapital und Business Angels fehlen alsonoch viel zu häufig in Deutschland. Aber woran liegt das?Die Studie zeigt, dass ein gut funktionierendes und weit verzweigtes Netzwerk ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Denn der Zugang zu Wagniskapitalgebern kam bei über der Hälfte der Befragten (56 Prozent) über persönliche Kontakte zustande. Allerdings fällt es 39 Prozent der Gründerinnen und Gründer nach wie vor schwer, Zugang zu den relevanten Personen auf dem Kapitalmarkt zu erhalten.

 

Überraschung! Sechs Dinge, die Ihr über Startups bisher (vielleicht) noch nicht wusstet ….

  • Gründerinnen unterrepräsentiert: Nur 16 Prozent der Startups werden von Frauen gegründet.
  • Eine Portion Rebellion: 22 Prozent der Gründerinnen und Gründer hatten in der Schulzeit Klassenbucheinträge oder erhielten Verweise.
  • Mitarbeiterbeteiligung: 53 Prozent der Startups lassen ihre Mitarbeitenden am Unternehmenserfolg partizipieren.
  • MINT-Fächer dominieren: 43Prozent der Entrepreneure haben einen Abschluss in einem MINT-Fach.
  • Zufrieden mit dem Startup-Ökosystem: 6 von 10 Gründerinnen und Gründernstufen das Startup-Ökosystem an ihrem Standort als (sehr) gut ein.
  • Wunschliste an die Politik: Zwei Drittel fordern den Abbau regulatorischer und bürokratischer Hürden.

 

Nexsperte

Am vergangenen Montag begeisterte der Autor, Hochschullehrer und Initiator des Entrepreneurship Summits, Prof. Günter Faltin zahlreiche interessierte Zuhörer und Zuhörerinnen bei der Vorstellung seines neuen Buches „David gegen Goliath- Wir können Ökonomie besser“ im Design Center der Hochschule Hannover an der Expo Plaza.
Prof. Faltin lieferte eine Fülle spannender Impulse rund um das Thema Citizen Entrepreneurship und machte deutlich, wie Gründer und Gründerinnen durch nachhaltige Geschäftsideen eine Vorbildfunktion in Zeiten der Konsumgesellschaft einnehmen können.

Prof. Faltin, selbst einer der bekanntesten Serial-Entrepreneure Deutschlands und Träger des Bundesverdienstordens für seine Leistungen im Bereich Entrepreneurship, setzte im Jahr 1985 mit seiner Teekampagne seine erste Gründungsidee um und beweist seitdem, wie ein gut ausgearbeitetes Konzept und eine nachhaltige Denkweise zum Erfolg führen kann. Durch seinen eigenen Werdegang zeigte er, dass Entrepreneurship nicht allein vom Profit, sondern in erster Linie vom eigenen Glück und der individuellen Unabhängigkeit getrieben sein sollten.

In seinem neuen Buch setzt er sich kritisch mit den Problemen des Konsumgedankens auseinander und erklärte, wie wir als „Citizen Entrepreneure“ die uns heute zur Verfügung stehenden Instrumente erfolgreich einsetzen können, um im „Konzert der Großen“ mitzuspielen und dabei Ökonomie besser betreiben als die „Wirtschaftsfürsten“ und „Generäle“.

Inspiriert und mit guter Laune gab es danach signierte Bücher und motivierende Gespräche.

Es hat Spaß gemacht 🙂